FAQ – Informationen für Grenzgänger

Grenzgänger - Versicherung & Service | FAQ Grenzgänger

FAQ Grenzgänger – Allgemeines

 

  1. Wer ist Grenzgänger?
  2. Wo muss sich ein Grenzgänger krankenversichern?
  3. Welche Fristen sind bei der Befreiung der Krankenversicherungspflicht einzuhalten und welche Besonderheiten zu beachten?
  4. Kann ich mich auch nachträglich von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen?
  5. Bin ich nach dem Ende einer österreichischen Beschäftigung nachversichert, wenn ich Grenzgänger werde?
  6. Wie funktioniert das mit den Steuern und was bedeutet Doppelbesteuerungsabkommen?
  7. Gibt es eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?
  8. Bin ich in der Schweiz unfallversichert?
  9. Welche Leistungen übernimmt die SUVA und welche die NBU?
  10. Welche Genehmigungen brauche ich um in der Schweiz arbeiten zu können?
  11. Verfahren der Bewilligungserteilung: Wer erteilt die Bewilligung? Wie läuft das Verfahren für den Arbeitnehmer?
  12. Brauche ich als Grenzgänger noch eine private Unfallversicherung in Österreich?

 

 

Wer ist Grenzgänger?

Als Grenzgänger in der Schweiz gilt, wer in der Schweiz eine Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit ausübt und in einem anderen Staat (i.d.R. innerhalb der EU/EFTA) wohnt, in den er in der Regel täglich, mindestens jedoch einmal pro Woche zurückkehrt.

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Wo muss sich ein Grenzgänger krankenversichern?

Das Personenfreizügigkeitsabkommen regelt in Bezug auf die Krankenversicherungspflicht das Erwerbsortprinzip, wonach ein Grenzgänger mit (ausschliesslicher) Erwerbstätigkeit in der Schweiz auch der hiesigen Versicherungspflicht unterliegt.

Für Grenzgänger aus Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich besteht ein Versicherungswahlrecht, wonach die Möglichkeit existiert, sich von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreien zu lassen, um sich (weiterhin) im Wohnstaat zu versichern. Mehr zum Thema Krankenversicherung.

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Welche Fristen sind bei der Befreiung der Krankenversicherungspflicht einzuhalten und welche Besonderheiten zu beachten?

Um die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz geltend zu machen, muss sich der Betroffene innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Erwerbstätigkeit in der Schweiz bei der zuständigen kantonalen Behörde (BAG) befreien lassen. Die Ausübung des Optionsrechtes schliesst auch die nicht erwerbstätigen Familienangehörigen mit ein (mit Ausnahme von Deutschland) und ist unwiderruflich.

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Kann ich mich auch nachträglich von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen?

Grenzgänger aus Deutschland, Italien und Österreich haben aufgrund einer Ausnahmeregelung die Möglichkeit, sich im Falle von neuen Familienangehörigen (Heirat, Geburt) nachträglich von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreien zu lassen. Die Befreiung muss innerhalb von drei Monaten ab Ereignisdatum bei der zuständigen kantonalen Behörde (BAG) beantragt werden.

Nicht als Änderung der persönlichen Verhältnisse gilt jedoch:

– eine Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse
– eine Änderung der Höhe der Krankenversicherungsprämien
– ein Wechsel des Arbeitgebers
– ein Wechsel des Erwerbskantons

Vorgehensweise, wenn Sie aktuell bei einer Versicherung in der Schweiz oder Liechtenstein versichert sind und z.B. zu einer privaten Krankenversicherung in Österreich wechseln wollen:

  1. Kantonale Behörde (BAG) bzw. Gesundheitsamt
    Sie gehen mit der Geburts- oder Heiratsurkunde zum Gesundheitsamt und beantragen ein erneutes Wahlrecht für Ihre Krankenversicherung.
  2. Neue Krankenversicherung
    Sie zeichnen eine neue z.B. private Krankenversicherung in Österreich.
  3. Bestehende Krankenversicherung
    Mit der Bestätigung über das erneute Wahlrecht vom Gesundheitsamt und der Bestätigung Ihres neuen Krankenversicherers wird Ihre bestehende Versicherung den Vertrag umgehend kündigen.

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Bin ich nach dem Ende einer österreichischen Beschäftigung nachversichert, wenn ich Grenzgänger werde? 

Nach dem Ende einer Beschäftigung des Versicherten oder Bezug vom Arbeitsmarktservice übernimmt die Gebietskrankenkasse bis zur Dauer von 26 Wochen Leistungen weiter, sofern:

  • der gewöhnliche Aufenthalt in Österreich gelegen ist
  • der Versicherungsfall innerhalb 6 Wochen nach Beschäftigungsende eintritt
  • ausreichend Vorversicherungszeiten vorliegen
  • Erwerbslosigkeit vorliegt

Das heißt, dass Sie mit dem ersten Tag an dem Sie in der Schweiz oder in Liechtenstein bei ihrem neuen Arbeitgeber angemeldet sind, eine aufrechte Krankenversicherung brauchen, denn da Sie nicht mehr Erwerbslos sind, endet die Nachversicherung oder die Schutzfrist automatisch!

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Wie funktioniert das mit den Steuern und was bedeutet Doppelbesteuerungsabkommen? 

Wenn Sie als Grenzgänger in die Schweiz oder nach Liechtenstein arbeiten gehen, behält Ihr Arbeitgeber Quellensteuer ein. Die Quellensteuer wird an die Steuerbehörde am jeweiligen Arbeitsort abgeführt. Durch das Doppelbesteuerungsabkommen können Sie sich die bezahlte Quellensteuer Ihrer Österreichischen Steuerschuld anrechnen lassen.

Ausser der Quellensteuer in der Schweiz oder im Liechtenstein unterliegen Sie weiterhin dem Österreichischen Steuerrecht. Das heisst, Sie müssen Ihre Tätigkeit beim Wohnortfinanzamt in Österreich melden. Dadurch fallen quartalsweise fällige Steuervorauszahlungen zum 10.03.,10.06.,10.09. und 10.12. eines jeden Jahres an. Das Finanzamt fordert dann im Folgejahr eine Einkommenssteuererklärung an.

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Gibt es eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?

Der Schweizer Arbeitgeber zahlt in der Regel bei Krankheit den Lohn zu 100% einen Monat lang fort. Bei längerer Betriebszugehörigkeit verlängern sich diese Zeiten. Danach übernimmt die Krankentagegeld-Versicherung die Lohnfortzahlung in der Regel zu 80% und bis zu 720 Tagen.

Bei befristeten Arbeitsverträgen bzw. Temporäranstellungen kann es Abweichungen geben.

Da in der Krankentagegeldversicherung die Mutterschaft als Krankheit gilt, existiert auch hier ein Anspruch auf finanzielle Leistung. Wenn z. B. die Schwangerschaft nicht positiv verläuft und die Mutter längere Zeit liegen muss oder langfristig krankgeschrieben wird.

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Bin ich in der Schweiz unfallversichert? 

Ja, denn eine Versicherung bei der SUVA (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) ist obligatorisch. Der Beitragssatz richtet sich nach dem ausgeübten Beruf. Die Beiträge bezahlt der Schweizer Arbeitgeber.  

Zusätzlich zur SUVA wird eine Versicherung für Nicht-Berufs-Unfall (NBU) abgeschlossen. Der Beitrag wird entweder vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer bezahlt.

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Welche Leistungen übernimmt die SUVA und welche die NBU? 

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) übernimmt Leistungen für Betriebsunfälle und Berufskrankheiten ebenso wie die anschließende Lohnfortzahlung, Rehabilitation und Wiedereingliederung ins Berufsleben.

Die NBU übernimmt Leistungen für Wegeunfälle und private Unfälle weltweit. Immer, wenn ein Unfall passiert, ist unverzüglich das Lohnbüro zu informieren. Hier erfolgen dann Meldungen zum Unfall und alles weitere.

Die Leistungen der NBU sind:
Behandlungen durch Ärzte und Krankenhäuser, Medikamente, Hilfsmittel etc. Es erfolgt jedoch keine Leistung für eine eventuell daraus resultierende Invalidität, da hier Leistungen aus der AHV/IV und BVG erfolgen. Bei Risikosportarten können Leistungskürzungen erfolgen. 

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Welche Genehmigungen brauche ich um in der Schweiz arbeiten zu können? 

In der Regel benötigen Sie als Grenzgänger eine Grenzgängerbewilligung, die durch Ihren künftigen Arbeitgeber beantragt werden muss.

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Verfahren der Bewilligungserteilung: Wer erteilt die Bewilligung? Wie läuft das Verfahren für den Arbeitnehmer? 

Der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer muss ein Gesuch bei der zuständigen kantonalen Behörde (Migrationsamt) einreichen. Diese entscheidet über die Erteilung der Bewilligung. Die Kantone bestimmen das Verfahren. Hinweis: welche Unterlagen Sie zur Bewilligungserteilung benötigen, müssen Sie direkt bei den kantonalen Behörden erfragen. Welche Bewilligungen es gibt, und wie lange Sie gültig sind, ersehen Sie dort. Die Gültigkeit der Bewilligung ist immer von der Dauer des Arbeitsvertrages abhängig.

L-Bewilligung (Kurzaufenthaltsbewilligung EG/EFTA)

Arbeitsvertrag mit einer Dauer von weniger als einem Jahr: Die Gültigkeit der Bewilligung ist gleich lang wie die Dauer des Arbeitsvertrages. Bei einer Beschäftigung bis zu drei Monaten wird keine Arbeitsbewilligung benötigt, jedoch besteht eine Meldepflicht.

B-Bewilligung (Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA)

Arbeitsvertrag von 1 Jahr Dauer oder länger bzw. unbefristet, Gültigkeit 5 Jahre.

G-Bewilligung (Grenzgängerbewilligung EG/EFTA)

Arbeitsvertrag mit einer Dauer von weniger als einem Jahr. Die Gültigkeit ist gleich lange wie die Dauer des Arbeitsvertrages von 1 Jahr Dauer oder länger bzw. unbefristet. Gültigkeit der Bewilligung 5 Jahre. Erwerbstätigkeit innerhalb der Grenzzonen.

C-Bewilligung (Niederlassungsbewilligung EG/EFTA)

Nach 5 Jahren wird EU-Staatsangehörigen eine Niederlassungsbewilligung erteilt. Diese hat uneingeschränkte Gültigkeit, Kontrollfrist 5 Jahre. Die Niederlassungsbewilligung wird nicht durch das Freizügigkeitsabkommen geregelt. Mit den meisten EU-Staaten bestehen Niederlassungsvereinbarungen.

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Brauche ich als Grenzgänger noch eine private Unfallversicherung in Österreich? 

Da Sie als Grenzgänger (Arbeitsort: Schweiz bzw. Liechtenstein) im Gegensatz zu Österreich, sowohl bei Arbeitsunfällen und auch bei Freizeitunfällen versichert sind, muss der Versicherungsschutz der privaten Unfallversicherung an die neue Situation angepasst werden, d.h. der Versicherungsschutz kann deutlich reduziert werden. Selbstverständlich reduziert sich dadurch auch der Beitrag für die Unfallversicherung massiv.

Wir empfehlen lediglich die Absicherung für dauernde Invalidität, als Einmalauszahlung beizubehalten. Alle anderen Leistungen sind in der Regel in der neuen Unfallversicherung von ihrem Arbeitgeber oder der privaten Krankenversicherung enthalten. 

Vereinbaren Sie ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch mit einem unserer Experten für Grenzgängerangelegenheiten. Wir sind in gerne bei der Anpassung Ihrer Versicherungen an Ihre neue Situation behilflich und stehen Ihnen auch sonst mit Rat & Tag zur Seite. Termin vereinbaren.

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